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Wir schreiben das Jahr 302 AL nach Aegons Eroberung, 5. Umdrehung. Wie schön wäre es zu behaupten, dass überall Ruhe herrscht und die Menschen seither friedlich miteinander leben. Doch die Realität sieht anders aus. Es ist eine Zeit, in der Konflikte lieber in Form von Taten als mit Worten ausgetragen werden und in der ein Griff zur Waffe viel zu leicht fällt. In den letzten zwei Jahrzehnten sind Rebellionen und Aufstände besonders in Königsmund keine Seltenheit mehr. Die Rufe des Volkes werden lauter, die Aufstände größer und einige großen Häuser fühlen sich hintergangen, was die Vereinbarungen mit dem amtierenden Königshaus Targaryen anbelangt. Seit Jahren kochen die Gemüter hoch und Entscheidungen von Aerys Targaryen, dem sogenannten Irren König, verschlimmern die Situation zunehmend. Rufe nach Veränderung sind kaum noch zu überhören. Etwas, was auch sein ältester Sohn Rhaegar einsehen musste und sich dazu entschloss, durch die Länder zu reisen, um neue Verbündete zu finden, sowie alte Verbindungen aufrecht zu erhalten und die Wogen zu glätten.
Eines Tages kam es so, wie es kommen musste: Der Irre König verfiel immer mehr dem Wahnsinn und ließ Jon Arryn, die Hand des Königs, öffentlich hinrichten. Dies war der Tropfen, der das ohnehin bereits randvolle Fass zum Überlaufen brachte. Aufstände schlimmer denn je brachen los, welche auch die anderen Häuser zum Handeln zwangen. So schlossen sich die Häuser Lannister, Baratheon und Martell zusammen und schmiedeten Pläne, die zum Sturz des Irren Königs führen sollten. Die Starks, ebenfalls enge Vertraute des Hauses Arryn, erfuhren erst auf ihrer Reise nach Königsmund von der schrecklichen Nachricht und sahen sich im Zwiespalt. An der Seite von Rhaegar Targaryen und dessen Frau Lyanna Stark marschierte das Stark-Heer in Königsmund ein. Es war ein erbitterter Kampf, der viele Opfer auf allen Seiten forderte. Der Irre König verlor an diesem Tag sein Leben. Das Volk jubelte und sah bereits ihrer Befreiung von der Schreckensherrschaft entgegen; hoffte auf ein Ende der Targaryens-Dynastie, doch mithilfe der noch bestehenden Bündnisse wurde der Erbe Rhaegar Targaryen zum neuen König berufen. Ein Akt, der bereits neuen Unmut auf Bürgerebene schürte...
~ Tyrion Lannister
Schnell wurde bekannt, wer Aerys Targaryen getötet hatte: Jaime Lannister, die Leibwache aus der Königsgarde, verriet und ermordete seinen eigenen König. Dass er mit seinem Handeln aber verhinderte, dass der letzte Befehl des Irren Königs seine Ausführung fand und damit das Leben unzähliger Menschen rettete, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. In seinem Wahnsinn plante Aerys kurz vor seinem Tod, die Hauptstadt mit Seefeuer zu zerstören. Für diesen finsteren Plan wurden bereits im Untergrund mehrere Seefeuer-Lager innerhalb der Stadt angelegt. Jaime Lannister erhielt für sein Handeln den unschönen Rufnamen Königsmörder und obwohl für dieses Verbrechen die Hinrichtung steht, ließ Rhaegar ihn nach reichlicher Überlegung am Leben. Ihm war mehr als bewusst, das viele Fehler in den letzten Jahrzehnten begannen wurden und sie nun versuchen mussten, wieder den richtigen Weg einzuschlagen. Seit dem Königsmord sind nun einige Wochen vergangen. Jedoch sind die Menschen längst nicht bereit, alles zu vergeben und vergessen. Sie gehen davon aus, dass sich auch unter der Regentschaft des Targaryen-Erben nicht viel ändern wird. Spätestens als eines der Seefeuerlager bei der Beseitigung ein Armenviertel in die Luft sprengte, sahen sich die Kritiker schnell wieder in ihrem Tun bestärkt. Gerade die Rebellengruppe "Rote Falken" will weiterhin dafür sorgen, dass die Regentschaft der Targaryens endlich ihr vollkommenes Ende findet.
Weit weg von Westeros brechen jenseits der Meerenge weitere Veränderungen an. Durch das Bündnis, welches Rhaegar Targaryen nun notgedrungen und zum Zwecke neuer Bündnisse mit dem mächtigen Dothraki-Khal Drogo schloss und dabei seine Schwester Daenerys an diesen als Eheweib verkaufte, muss die junge Targaryen nun das raue Leben der Dothraki kennenlernen. Die Wut darüber, was ihr bevorsteht, schürt den Hass gegenüber ihrem Bruder immer weiter. Auch, wenn sie vieles in dieser Kultur, in der sie nun leben wird, verurteilt, entwickelt sie zunehmend eigene Stärke und den Mut, mehr erreichen zu wollen, als nur eine Khaleesi zu sein. Besonders die Dracheneier, die ihr zur Hochzeit von Jorah Mormont geschenkt wurden, scheinen verheißungsvoll...
~ Daenerys Targaryen
Seit dem Königsmord sind nun einige Monate vergangen. Jedoch sind die Menschen längst nicht bereit, alles zu vergeben und vergessen. Sie gehen davon aus, dass sich auch unter der Regentschaft des Targaryen-Erben nicht viel ändern wird. Es schien ruhig.. Doch die Ruhe, auf die so viele hofften, sollte niemals eintreten..
Im Dezember 303 erschüttert eine neue Tragödie ganz Westeros: König Rhaegar Targaryen wird tot in seinen Gemächern aufgefunden. Es gibt keine Zeugen, keine Kampfspuren.. nur Gerüchte über Gift und Verrat. Schnell breitet sich Misstrauen am gesamten Hof aus. Jeder Blick trägt plötzlich den Schatten einer möglichen Verschwörung. War es eines der großen Häuser? Ein Feind aus den eigenen Reihen? Oder gar jemand, der verhindern wollte, dass sich die Targaryens jemals wieder festigen? Mit Rhaegars Tod beginnt eine neue Zeit der Unsicherheit. Die Krone fällt daraufhin an seinen ältesten Sohn Aegon Targaryen. Doch statt eines starken Herrschers sitzt nun ein junger König auf dem Eisernen Thron, der sichtbar von Verlust und Schmerz gezeichnet ist. Der Tod seines Vaters, seiner Frau und die zunehmende Last der Krone hinterlassen tiefe Spuren. Während manche in seiner stillen Art Menschlichkeit erkennen, sehen andere darin gefährliche Schwäche. Hinter verschlossenen Türen beginnen bereits erste Lords darüber zu sprechen, ob Westeros erneut einen König erhalten hat, der mehr von seinen inneren Dämonen regiert wird als von Vernunft.
~ Ser Barristan Selmy
Währenddessen kündigt sich im Norden eine Bedrohung an, die größer ist als jeder politische Konflikt: Der Winter bricht ungewöhnlich früh herein. Schneestürme treffen ganze Regionen unvorbereitet, Vorratslager bleiben halb leer und selbst im Süden beginnt man die kommende Kälte zu fürchten. Hinter der Mauer mehren sich düstere Gerüchte über seltsame Bewegungen in der Dunkelheit, doch die meisten Lords schenken lieber ihren eigenen Machtspielen Aufmerksamkeit. Mit dem Winter kommt jedoch noch etwas anderes nach Westeros: das sogenannte Winterfieber. Zunächst scheint es nur eine gewöhnliche Krankheit zu sein – Fieber, Husten, Schwäche –, doch besonders Kinder und alte Menschen sterben innerhalb weniger Tage daran. Die Krankheit breitet sich rasch aus und erreicht bald auch Königsmund. Das Volk beginnt zu begreifen, dass Schwerter gegen diese Bedrohung nutzlos sind. Im Mai 304 trifft das Winterfieber schließlich auch das Königshaus selbst. Lyanna Stark und Aegons Sohn Baelor sterben an der Krankheit. Für König Aegon bedeutet dies den endgültigen Bruch. Er zieht sich fast vollständig aus dem öffentlichen Leben zurück, verweigert Audienzen und überlässt viele Entscheidungen anderen. Gerüchte über Wutausbrüche, Schlaflosigkeit und Isolation verbreiten sich schnell in den Hallen des Roten Bergfrieds. Während der König innerlich zerfällt, leidet das Reich unter Hunger, Angst und wachsender Unsicherheit. Die ersten Proteste beginnen, resultierend daraus, in Königsmund. Brot wird knapp, die Preise steigen und die Armenviertel versinken im Chaos. Immer mehr Menschen geben der Krone die Schuld an ihrem Leid. Was einst nur leises Murren war, wird zu offener Wut gegen die Targaryens. Während Aegon sich weiter zurückzieht, versucht sein jüngerer Bruder Maekar Targaryen verzweifelt, das Reich vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Immer wieder sucht er das Gespräch mit seinem Bruder und erinnert ihn an seine Pflicht gegenüber Westeros – doch Aegon scheint kaum noch erreichbar. An Maekars Seite steht seine Frau Margaery Tyrell, die erkennt, dass die Krone schwächer geworden ist als jemals zuvor. Sie drängt ihren Mann dazu, Verantwortung zu übernehmen, bevor Königsmund endgültig im Chaos versinkt. Durch den Einfluss von Haus Tyrell organisiert Maekar Vorräte, Getreide und Unterstützung aus der Weite. Wagenkolonnen machen sich unter schwer bewaffneter Eskorte auf den Weg nach Königsmund. Doch noch bevor sie die Hauptstadt erreichen, explodiert die Lage endgültig. Im August 304 versinkt Königsmund im Chaos. Hungernde Menschen plündern Vorratslager, Barrikaden entstehen in Flohbottom und die Goldröcke schlagen die Aufstände brutal nieder. Gleichzeitig brechen auch in anderen Teilen Westeros neue Konflikte aus. In den Flusslanden flammt der uralte Hass zwischen Haus Bracken und Haus Schwarzhain erneut auf. Alte Feindschaften werden wieder zu offenem Krieg, während das Reich zunehmend auseinanderfällt. Als schließlich die Banner der Tyrells und ihrer Verbündeten vor Königsmund auftauchen und Maekar selbst an ihrer Spitze marschiert, verbreiten sich panische Gerüchte: Kommt er als Retter – oder als Usurpator? Viele glauben, Maekar wolle seinen gebrochenen Bruder stürzen und selbst den Eisernen Thron beanspruchen. Noch bevor die Tore vollständig geöffnet werden, kommt es vor den Mauern zu ersten blutigen Zusammenstößen zwischen Stadtwache, Lords der Kronlande und den Begleittruppen der Tyrells. Königsmund steht kurz davor, im Bürgerkrieg zu versinken. Schließlich gelingt es Maekar nach Tagen voller Spannungen und Intrigen, zu seinem Bruder durchzudringen. Aegon erkennt selbst, dass er nicht länger die Kraft besitzt, Westeros zu regieren. Gezeichnet von Verlust, Trauer und innerem Zerfall legt er die Herrschaft nieder und zieht sich nach Drachenstein zurück, um dem Hof und seinen Dämonen zu entkommen. Kurz darauf wird Maekar Targaryen in Königsmund zum neuen König gekrönt. Für das Volk erscheint er als der Mann, der in der dunkelsten Stunde Nahrung brachte und den Untergang der Hauptstadt verhinderte. Durch die Unterstützung von Haus Tyrell wird er schnell zum Helden des Winters. Für Margaery Tyrell erfüllt sich damit zugleich ihr größtes Ziel: Sie wird Königin der Sieben Königslande.
Bestreite mit uns das Spiel um den Eisernen Thron.